Königsland-ChronikenEreignisse

Der wilde Rabe von Oxford

Zeit
395, drittes Winterjahr
Ort
Oxford, Dach des Archivs
Beteiligte
Alena und ein ungebundener wilder Rabe
Alena füttert den Raben am Fenster
Einen Winter lang Futter – und keine einzige Berührung.

Das Tier gehört nicht zum Botennetz, meidet die ausgebildeten Rabenführer und lässt sich weder kennzeichnen noch dauerhaft an einen Nistplatz binden. Unter Studenten und Tiermeistern gilt er als wilder Außenseiter, der Menschen zwar beobachtet, aber jede Nähe verweigert.

Alena hat schon länger das Gefühl, von ihm verfolgt oder geprüft zu werden. Während des Winters stellt sie ihm regelmäßig Futter auf das Dach des Archivs. Der Rabe wartet, bis sie sich entfernt hat, und nimmt es erst dann. Wenn Alena zurückblickt, sitzt er häufig noch in Sichtweite, als wolle er sicherstellen, dass sie sein Misstrauen bemerkt.

Warum keine Bindung entsteht

Es kommt zu keiner Bindung, und gerade das ist wichtig. Alenas spätere Verbindung entsteht nicht aus einem plötzlichen Wunder ohne Vorgeschichte, sondern aus einer langen Beziehung, in der beide einander beobachten, ohne Besitzanspruch zu erheben.

Die eigentliche Bindung erfolgt erst fünf Jahre später, kurz nach Beginn der Krise – in einem Augenblick äußerster Gefahr.

Alena füttert den Raben am Fenster
Er nimmt das Futter erst, wenn sie fort ist.
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